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Papier ein Trägermedium für Informationen wie jedes andere?

  • 23. Februar 2014

Wenn wir hier im Verlag  von dem Ende der Print-Ära reden also vom Ende der Zeit wo Papier das Hauptträgermedium ist werden wir oft angefeindet und die Diskussion wird sehr emotional.
Dabei ist unsere Aussage ja nur dass Papier ein Trägermedium wie eben jedes andere ist und einfach seine bisherige Monopolstellung mit anderen Medienformen teilen muss. Doch eben hier kommen dann Antworten wie „Das geht nicht“ „Ich kann nicht auf ePaper lesen“, „Was wäre ein Buch ohne Seiten…“, „Ihr wollt nur die Kultur vernichten…“…

Wenn man in diesem Bereich bei dem großen G sucht findet man auch hier sehr viele Beiträge zu diesem Thema die einen Verkünden das Ende von Print die anderen verkünden das sich die crossmediale Verbreitung von Inhalten nicht durchsetzen wird.

Warum gerade aber hier die Diskussion so emotional geführt wird ist für meine Generation nur schwer zu verstehen. Die selben Menschen die sich gegen alles Digitale im Bereich Lesen stellen haben ohne zu  zögern die Platten gegen CDs getaucht und diese inzwischen gegen MP3 oder wer nutzt heute den noch VHS oder die gute alte Kassette.
Wenn  man diese Printverteidiger  aber fragt wo sie nachschlagen wenn sie etwas nicht wissen, nennen selbst diese als erstes Wikipedia, warum? Ganz einfach es gibt kaum mehr eine gedruckte Enzyklopädie die noch aktuell gehalten wird.  In diesem Bereich hat das ePublishing bereits über Print gesiegt. Und zwar nur aus einem Grund es ist so praktischer und einfacher.

Ich möchte auch den guten Buch nicht seine Existenzberechtigung absprechen die wird es sicher auch noch in 50 Jahren haben aber die deutliche Mehrzahl der Menschen wird dann eben digital Lesen. Wenn sie daran zweifeln dann bitte ich Sie nun ganz einfach mal zu ihrer Kamera zu greifen. Und ??? Kann man da noch einen Film einlegen??? Wahrscheinlich nicht! In diesem Bereich waren die Vorbehalte ähnlich groß wie bei ePublishing. Es hieß das man keine digitale Fotografie möchte weil … ja warum den eigentlich… mhhh… Weil die Technik am Anfang noch in den Kinderschuhen steckte so war die Auflösung nicht gut und man hatte weniger Lichtstärke zur Verfügung… heute hat sich das geändert. Die Auflösung übertrifft auf jeden Fall alle Consumer-Filme und auch die Iso sowie die Speicher sind allen Analogen weit überlegen. Aber dennoch findet man vor allem im Künstlerischen Bereich immer noch sehr viele Filme und das wird auch so bleiben.

 

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Ja selbst wir nutzen ab und an noch den guten alten Film. Warum weils manchmal schöner ist und auch Spaß macht.  (Dieses Stück Technik werden wir sicher auch noch länger nutzen… )

So wir es sich auch mit dem Gedruckten verhalten, die deutliche Mehrzahl der Werke wird es wohl Crossmedial geben und einige Printprodukte werden ähnlich wie die Enzyklopädie ihre Existenzberechtigung als gedrucktes Werk verlieren, wahrscheinlich Zeitungen und Wörterbücher als nächstes. Aber das Buch wird es weiter geben wahrscheinlich nicht mehr als Taschenbuch oder ähnliche billig Ausgaben aber als hochwertiges Hardcover oder sogar wie die Trends zeigen als edle Luxusausgabe.

Bei einem Medium sieht man dies heute schon ganz deutlich!!!!
Die Schallplatte! Niemand braucht Sie eigentlich wenn man rational darüber nachdenkt, dennoch findet man in jeder Stadt mindestens einen Plattenladen und die meisten Alben erscheinen auch auf Platte. Aber dann als höherwertigere  Ausgabe und wers eben nur hören möchte kauft sich die MP3 bzw. streamt diese eben über Dienste wie Spotify und Co.

Also warum werdet ihr bei diesem Thema emotional????
Sagt es uns!!!!

 

MarcoVolz 

 

p.S. Übrigens haben wir diese starken Gefühle nicht nur bei Printbefürwortern erlebt sondern auch im Gegenlager. So wurden bei einer Fachkonferenz zum Thema  XML die Printbefürworter als „Totholzfetischisten“ bezeichnet. 

 

 

 



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