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Grabenkrieg in der Krise; Verleger und Journalisten im offenen Schlagabtausch

  • 8. März 2014

 

Grabenkrieg im Journalismus

Grabenkrieg im Journalismus

 

So nun ist es soweit in Stuttgart streiken „mal wieder“  die Journalisten.

Doch warum eigentlich?

Aus eigener Erfahrung im Pressehaus wissen auch wir dass es heute nicht leicht ist Journalist zu sein. Ständig erhöht sich der Arbeitsdruck weil immer weniger Journalisten immer mehr Artikel liefern müssen. Gleichzeitig wird ein guter Teil der Arbeit mit Volos und Praktikanten bestritten, die den Verlag so gut wie nichts Kosten. Auf nationaler- und internationaler Ebene werden meist nur noch Agenturmeldungen abgedruckt. Die Gehälter und vor allem die Sonderzuwendungen werden gekürzt.

Die Zeitungen sind in der Krise und es ist auch klar das viele diese nicht mehr überleben werden. Die meisten Probleme sind dabei aber hausgemacht.

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Doch woran kranken die Zeitungen eigentlich?

  1. Zu hohe laufende Kosten:
    Ende der 90 und Anfang der  2000 ging es den Zeitungen so gut wie nie zuvor. Es wurde investiert was das Zeug hielt. In Stuttgart z.B. in eine komplett neue  Produktionsstätte die auf Wachstum ausgelegt war. Und heute nicht mehr annähernd wirtschaftlich betrieben werden kann.
  2. Verschlafene Trends:
    DIe Zeitungen haben die Jungen längst verloren! Ausgerechnet die Branche die eigentlich am tagesaktuellsten sein sollte bekommt es nicht hin sich den neuen Kommunikationswegen zu öffnen und hinkt ständig mehrere Jahre hinter her. Was von Zeitungen als Neuheit präsentiert wird ist meist technologisch aber auch von der Anwendung her ein alter Hut. So kommen viele Zeitungen erst jetzt 2014 mit brauchbaren Apps, hallo selbst manche Blogs hatten dies schon vor 5 Jahren!
  3. Sparren am falschen Ende:
    Statt mit ihren Stärken gegen zuhalten werden diese durch Einsparmassnahmen Stück für Stück vernichtet. Die eigentliche Stärke einer Zeitung ist die Qualität des Journalismus  und nicht das tote Holz auf dass sie mit Ruß gedruckt wird. Hier werden Redaktionen verkleinert und durch Agenturmeldungen ersetzt.
    Tja wenn man auf den Webseiten bessere Berichterstattung findet als in den Zeitungen warum soll es euch dann noch geben?
  4. Die Werbekunden springen ab:
    Wie wir alle wissen finanzieren sich Zeitungen idealer weise zu 50% aus Werbung also Anzeigen. Doch hier ist ein weit größerer Schwund zu beobachten, als es sich durch den Rückgang der Leserzahl erklären ließe.
    Die liegt zu einem an der starken Konkurrenz der digitalen Medien aber auch zu einem großen teil an mangelnder Kooperationsbereitschaft der Zeitungen. Hier gilt anscheinend die Devise „Gönne niemanden aus dir etwas, auch wenn es dich selbst was kostet“ Aus Quellen der Werbewirtschaft ist uns bekannt dass Marketingkampagnen die man Crossmedial aufziehen möchte oft an einer veralteten Politik der Zeitungen scheitern. Sprich hier stellen sich Zeitungen quer was z.B. Verweise auf andere Medien angeht. Also werden Zeitungen bei diesen großen und wirklich teueren Kampagnen immer öfters einfach ausgeklammert.

Alles in Allen werden wohl nur knapp die Hälfte der momentanen Titel die nächsten Jahre überleben den Rest ereilt wohl das Schicksal jeder Ausgabe von gestern „Sie werden recycelt“.

 

Also ist ja nur ein Vorschlag von unserer Seite an die Streitparteien wie wäre es mit:
„Setzt euch zusammen und löst die angesprochenen Probleme gemeinsam!!“ 
Nur die Zeitungen werden überleben die es schaffen sich neu zu definieren und ihre traditionellen Geschäftsmodelle in die Gegenwart zu überführen und das betrifft jede Person im Verlag!



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