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Digitale Zeitschriften: Fast alle Verlage machen es falsch! Was muss eine erfolgreiche, digitale Zeitschrift bieten?

  • 31. Januar 2014

MedienkonvergenzIm Folgenden werden kurz einige Beispiele für digitale Mehrwerte und Möglichkeiten im digitalen Bereich oder innerhalb einer digitalen Zeitschrift aufgelistet und kurz erklärt. Diese Mehrwerte bieten die Basis für ein erfolgreiches digitales Konzept und schaffen die Möglichkeit für ein langfristiges und zukunftssicheres digitales Geschäftsmodell.

Digital eröffnen neue Möglichkeiten der Zustellung des Inhalts über das Internet. Artikel müssen nicht mehr gesammelt  und dann zusammen gedruckt und versendet werden, sondern können in kürzester Zeit dem Nutzer über das Internet zugänglich gemacht werden. Es gibt drei Grundmodelle der Zustellung digitaler Inhalte.

Periodisch

Die  aktuell verbreitetste Variante, welche sich am meisten an der traditionellen gedruckten Vorlage orientiert, ist digitale Angebote in gleichen Abständen wie deren Printausgaben anzubieten. Inhalte werden gesammelt und in festgesetzten Abständen den mobilen Endgeräten zur Verfügung gestellt. Die periodische Veröffentlichung orientiert sich am  bisher gelernten Workflow in den Verlagen und den Gewohnheiten der Leser.

Kontinuierlich

Der Nutzer bekommt Zugang zu allen vergangenen und zukünftigen Inhalten der Zeitschrift. Beiträge erscheinen nicht zu festgesetzten Zeiten sondern sobald verfügbar und von der Redaktion freigegeben. Dies erfordert neue Erstellungsprozesse innerhalb der Redaktionen, eröffnet aber neue Möglichkeiten in der Berichterstattung.

Paid Content

Der Nutzer hat Zugang zu einer Übersicht mit allen bisherigen Inhalten, unabhängig ob diese periodisch oder kontinuierlich erscheinen.  Bezahlt werden, ähnlich wie bei digitalen TV-Angeboten,  nur Inhalte, die der Nutzer auch tatsächlich lesen möchte. Dabei sind verschiedene Bezahlvarianten möglich: Von einzelnen Artikeln bis hin zu Themengebieten, speziellen Funktionen und Anwendungen.

Weitere unabdingbare Mehrwerte die eine digitale Zeitschrift leisten sollte sind:

Mobilität

Oft wird im Zusammenhang von mobilen Inhalten von mobilen Geräten wie dem iPad gesprochen. Mobile Geräte beschreiben daher vorrübergehend vom Stromnetz unabhängige Hardware zur Nutzung von vorab geladenen oder via Internet in Echtzeit abgerufenen Inhalten. Mobile Inhalte und Mobilität ist aber weitaus mehr.

Mobilität bedeutet überspitzt formuliert, dass der Nutzer Inhalte jederzeit, überall und auf jedem Wiedergabegerät aktuell nutzen können muss.  Digitaler Inhalt muss daher mindestens ebenso mobil sein wie eine Zeitschrift die man sich unter den Arm klemmt, mit dem Vorteil, sich nichts unter den Arm klemmen zu müssen.

Mobilität bedeutet unabhängig von Gerät und verwendeter Plattform die digitalen Inhalte jederzeit, angepasst an das verwendete Ausgabegerät, aktuell zugriffsbereit zu haben.
Neben den klassischen Geräten wie PC, Laptop oder Tablet gehören auch Anwendungen für beispielsweise den iPod, mit dem Podcasts aus der Zeitschrift angehört werden können, dazu. Auch eine Schnittstelle zwischen dem Fahrzeug-Entertainment-System mit dem Smartphone, um einfach über die Multifunktionsbedienung und das Display des Fahrzeugs, so vorhanden, beispielsweise im Stau kurze Videos anzuschauen oder sich Artikel vorlesen zu lassen, ist denkbar.

Social Media

Berthold Brecht beschrieb einst eine Utopie den Rundfunk betreffend, welche  ziemlich nahe an den Gedanken von Social Media herankommt: „Der Rundfunk wäre der denkbar großartigste Kommunikationsapparat des öffentlichen Lebens, […] wenn er es verstünde, nicht nur auszusenden, sondern auch zu empfangen, also den Zuhörer nicht nur hören, sondern auch sprechen zu machen […]“.

Social Media macht es möglich, dass sich Nutzer von digitalen Inhalten untereinander austauschen und individuell oder im Kollektiv Inhalte gestalten. Im Folgenden werden einige der Kern-Funktionen von Social Media, wie sie bereits heute im Gebrauch sind, für die Einbindung in eine digitale Zeitschrift vorgestellt.

Bewertungsfunktion

Der Nutzer kann über eine einfache und unkomplizierte Bewertungs- oder Rankingfunktion bewerten ob er Inhalte besonders ansprechend und für ihn interessant fand. Analog zu facebook wäre es die „gefällt mir“ Funktion. Im Vergleich zu amazon oder ebay die Vergabe von Sternen.

Eine Bewertung der Artikel eröffnet verschiedene Möglichkeiten für digitale Inhalte. So kann eine automatische Auswertung der Bewertungen durch die Zeitschrift erfolgen, um so ein Interessenprofil für den Leser zu generieren. Dies ermöglicht zum einen eine direkte Rückmeldung an die Redaktion, zum anderen können Artikel, welche für den Leser interessant erscheinen, prominenter platziert oder empfohlen werden. Zusätzlich können die Profildaten für auf den Nutzer zugeschnittene Einblendung von Werbung und Marketing-Maßnahmen verwendet werden.

Ein weiterer Mehrwert ist, dass Leser anhand der Bewertungen anderer Nutzer vorab einen Eindruck  über Qualität und Inhalt gewinnen können.

Kommentarfunktion

Kommentarfunktionen erlauben Nutzern eine freie, für alle sichtbare Kommentierung von Inhalten. Doch nicht nur Nutzer können diese Funktion nutzen, auch Redakteure können somit Fragen die zu einem Beitrag gestellt werden, sofort beantworten und gegebenenfalls weitere Hintergrundinformationen geben. Da auch Leser mit speziellen Fachkenntnissen, beispielsweise Entwickler, Designer oder Geschäftsführer zur Nutzergruppe gehören, können über die Kommentarfunktion Firmen oder Personen, welche im Beitrag vorkommen, eine direkte Stellungnahme oder Ergänzungen, Fragen oder auch Gegendarstellungen mitteilen.

Mitteilen von Inhalten

Das Mitteilen oder Teilen von Inhalten bedeutet, dass Beiträge oder Inhalte Anderen zugänglich gemacht oder empfohlen werden. Besonders im Kontext von twitter, facebook oder anderen sozialen Netzwerken und Diensten macht das Teilen von Inhalten mit Freunden und Bekannten Sinn und ist ein fester Bestandteil dieser Netzwerke.

Eine Frage die hier geklärt werden muss ist, ob nur für eine geschlossene Nutzergruppe einer Zeitschrift Inhalte über die Schranken des Abos oder Kaufs, also bezahlten Content nach „außen“ ins Internet weitergeben dürfen. Denkbar wären hier Kompromisse, das Zitieren einer begrenzten Anzahl an Text-Zeichen ist nur ein denkbares Modell.

Foren

In einem Foren-Bereich können Nutzer über vorgegebene oder freie Themen diskutieren. Auch können hier Themen abgedeckt werden, die nicht direkt mit den Beiträgen der Zeitschrift verknüpft sind. Eine andere Möglichkeit sind technische oder inhaltliche Anregungen der Leser an die Redaktion. Auch können sich Foren für Kleinanzeigen, Tauschbörsen oder Reise-Tipps entwickeln. Weiter eignen sich Foren zur Selbstdarstellung der Leser und beispielsweise deren Lieblings-Reiseziele.

Chat

Chatten ist in der digitalen Welt die schnellste Form der direkten Kommunikation. Skype, ICQ, MSN-Messenger, facebook, Google+ sind die prominentesten Vertreter. Selbst das Chatten via SMS-Kurznachrichten ist durch Flatrate-Tarife der Telekommunikationsdienstleister möglich. Oft ersetzt, wenn der Partner gerade online und sichtbar ist, eine kurze Message die  eMail oder einen Anruf. Chat bedeutet also den Austausch von Text-Messages ohne große Zeitverzögerung zwischen den Antworten.

Ein Beispiel für eine Chatfunktion innerhalb einer Zeitschrift wären Expertenchats. Zu festgelegten Zeiten stehen beispielsweise Redakteure für den direkten Austausch mit den Lesern im Chat zur Verfügung. So könnte unter jedem Artikel sichtbar sein, wer diesen geschrieben hat und wann die nächste Möglichkeit bestehen würde, mit diesem Redakteur direkt zu chatten. Eine andere Möglichkeit wäre es Experten, Prominente,  Visionäre, Aktivisten oder andere Personen von Interesse zu einem Chattermin einzuladen. Die Leser haben dann die Möglichkeit, über einen festgesetzten Zeitraum ein interaktives Interview zu führen. Bei besonders wichtigen oder sensiblen Chat-Partnern ist auch eine Moderation des Chats denkbar. Da es sich bei den Chatteilnehmern aber um die geschlossene Leserschaft der Zeitschrift  handelt und externe Internetnutzer keinen Zugriff haben, ist die Gefahr von Störungen als gering einzuschätzen. Möglich wäre, den Chat live über das Internetangebot öffentlich zugänglich zu streamen, jedoch ohne die Möglichkeit aktiv mitzuwirken. Dies bliebe den Nutzern der Zeitschrift vorbehalten.

Blogs

Früher als Weblogs bekannt sind heute Blogs eine weit verbreitete Art auf einfache Weise im Web zu publizieren. Der Nutzer hat die Möglichkeit einzelne Blogs zu abonnieren und sich stetig über Aktualisierungen und neue Einträge informieren zu lassen. Gebloggt  wird aktuell vorwiegend von Privatpersonen. Aber auch im geschäftlichen Bereich wurden die Möglichkeiten von Blogs schnell erkannt.

Blogs gelten jedoch als allzugänglich und fallen für gewöhnlich nicht unter paid content, da es sich bei  dem Blogger ja nicht um einen bezahlten Redakteur handelt. Aufgabe der digitalen Zeitschrift muss also sein, die besten Blogger aus dem Genre ausfindig zu machen und deren Inhalte in die Digitalausgabe einzuarbeiten, kritisch zu bewerten und verschiedene Blogs den Lesern übersichtlich und einfach in der Bedienung anzubieten. Der Grundgedanke ist, dass Nutzer nicht die Zeitschrift verlassen um Blogs zu suchen oder zu lesen, sondern über die Zeitschrift darauf zugreifen können. Weiter besteht die Möglichkeit selbst als Nutzer in Blogs aktiv zu werden um sich innerhalb der Outside-Leserschaft einen Namen als Blogger zu machen.

Interaktive Inhalte

Interaktive Inhalte sind Inhalte, die der Nutzer manipulieren oder beeinflussen kann.
So stellt schon eine einfache Umfrage mit Echtzeitauswertung und Anzeige eine interaktive Funktion dar.

Audio

Digitale Inhalte begrenzen sich nicht mehr nur auf Geschriebenes. Digitale Inhalte sind multimedial. Eine Möglichkeit sind vertonte Inhalte oder die Option, Texte durch Sprachausgabe anhören zu können statt selbst zu lesen. Audio-Inhalte, egal ob als eigenständige Beiträge oder unterstützend eingesetzt, erweitern die Textebene um einen weiteren Sinneseindruck für den Nutzer.

Podcasts

Bei Podcasts handelt sich um kurze, meist regelmäßige Audio oder Video-Beiträge die vom Nutzer abonniert werden. Sobald neue Inhalte verfügbar sind, werden diese auf das mobile Endgerät geladen.  Dort können sie dann zeit- und ortsunabhängig angehört werden.[2] Es handelt sich also um redaktionelle Audio-Beiträge wie man sie aus dem Rundfunk kennt. Audio-Beiträge können, aber müssen nicht eigenständige Beiträge sein. Ein Beispiel wäre, dass ein Artikel mit einem Interview den O-Ton des Interviews  zusätzlich als Audio-Datei anbietet. So kann der Nutzer selbst entscheiden, ob er die textliche Abfassung des Interviews lesen, oder die Originalaufzeichnung anhören möchte.

Vorlese-Funktion

Ursprünglich wurde diese Funktion im barrierefreien Internet für Nutzer mit Einschränkungen in der Lesefähigkeit entwickelt.  Zum Einsatz kommt diese Funktion unter anderem bei eBook-Readern von amazon, welche, wenn die Funktion vom Verlag genehmigt wurde, Bücher auch vorlesen können. Es handelt sich dabei um eine von der Software erzeugte Stimme.

Ein Einsatzbeispiel wäre, Artikel vorzumerken um dann während der Fahrt im Auto über das Entertainment-System des Fahrzeugs abzurufen und sich während der Fahrt vorlesen zu lassen. Navigation innerhalb der Zeitschrifteninhalte kann entweder über die Multifunktionsbedienung des Fahrzeuges oder über Sprachsteuerung erfolgen. Die Vorlesefunktion ermöglicht also das Konsumieren auch dann, wenn keine Möglichkeit zum aktiven Lesen besteht.

Video

Gab es in der Vergangenheit eine scharfe Trennung zwischen Rundfunk, TV und Print, verwischen die Übergänge durch das Internet zunehmend. Berichterstattungen online nutzen heute die Möglichkeit, Text-Inhalte durch Animationen und kurze Videobeiträge, bis hin zu Podcasts zu veranschaulichen. Oft können Emotionen deutlich besser über Bilder als allein über die Textebene veranschaulicht werden.  Komplexe Sachverhalte sind durch Visualisierungen leichter, schneller und effektiver, aber auch unterhaltender dem Nutzer zu vermitteln.

Zusatzmaterialien

Kleine Einspieler helfen die textlichen Inhalte zu visualisieren. Auch können Videos ergänzend für weitere Informationen oder zur besseren Verdeutlichung und Veranschaulichung eingesetzt werden. Vor allem schwer zu beschreibende, komplexe Inhalte oder Emotionen können über Videos im Gegensatz zur Textebene dem Nutzer oft besser und einfacher zugänglich gemacht werden.

Mediathek

Eine Mediathek ist ein Videoportal, welches einen einfachen und schnellen Zugriff auf Video-Angebote erlaubt.

Fotos

Bilder sind wohl das wichtigste Medium Inhalte schnell und nachhaltig zu visualisieren und zu präsentieren. Durch den voranschreitenden Fortschritt in der digitalen Fotografie sind heute mit zunehmend weniger Aufwand beeindruckende und emotionsgeladene Aufnahmen möglich. Die schnelle Verfügbarkeit und kurze Bearbeitungsdauer prädestinieren Fotos zu günstigen und effektiven Trägern von Inhalten.

Bilder und Galerien

Während in einer Printausgabe nur begrenzt Platz für Bildinhalte zur Verfügung steht, können digitale Zeitschriften eine nahezu unbegrenzte Menge an Galerien mit großer Anzahl an Bildern anbieten. Eine weitere Möglichkeit ist es, entweder kleine, vergrößerbare Bilder oder Text-Links zu Bildern in den Textfluss mit einzuarbeiten. So können während dem Lesen, optional zusätzliche Visualisierungen aufgerufen werden.

Features

Features sind mehrwertbietende Zusatzfunktionen, die bisher, wenn überhaupt, nur durch separate Programme oder zusätzliche Hardware möglich waren. Diese Features könnten fester Bestandteil einer digitalen Zeitschrift werden.

Shop

Auch in gedruckten Ausgaben von Zeitschriften werden immer wieder Artikel und Produkte vorgestellt, die über den verlagseigenen Shop bestellt werden können. Gibt es bei gedruckten Zeitschriften die Möglichkeit Telefonnummern, Mailadressen oder Internetlinks anzugeben, kann in digitalen Ausgaben direkt in den Warenkorb abgelegt und bestellt werden. Die Angebote müssen also zukünftig nicht mehr verlassen werden, sondern können direkt innerhalb der Zeitschrift bestellt werden. Im Idealfall werden sogar schon Bezahlungs- und Rechnungsinformationen angelegt, sodass direkt mit nur einem Klick bestellt werden kann. Auch das Weiterleiten der Bezahl- und Versandinformationen an externe Shops ist denkbar, um den Bestellprozess bei externen Anbietern zu vereinfachen. Eine ähnliche Funktion bietet Amazon mit der Option  „Bezahlen über Amazon“. Dabei kann schnell und einfach auf unterschiedlichen Internetseiten mit den im Amazon-Kundenkonto hinterlegten Versand-und Zahlungsinformationen geordert werden.

Diese Funktion ist nicht nur für den Verkauf eigener Produkte über die Zeitschrift interessant, so können ebenfalls beworbene Produkte über Anzeigen direkt aus der Zeitschrift bestellt werden.

Semantisches Nachschlagewerk und Datenbanken

Neben einer ordentlichen Archivfunktion und übersichtlichem Zugriff auf ältere Beiträge kann die Zeitschrift innerhalb von aktuellen Artikeln automatisch Hinweise und Links zu älteren oder ergänzenden Inhalten anbieten.  Auch Länder, Städte oder Fachbegriffe aus dem Sport können auf diese Art und Weise mit weiterführenden Artikeln, Beiträgen oder Erklärungen verlinkt werden.

3D

Bei der aktuellen Entwicklung der Wiedergabegeräte ist es wahrscheinlich, dass zukünftig die Mehrzahl aller Geräte mit 3D-fähigen Bildschirmen ausgestattet sein wird. Daher sollte bei der Konzeptionierung einer digitalen Zeitschrift bereits frühzeitig über dreidimensionale Inhalte und Bedienkonzepte nachgedacht werden.

Augmente Reality

Augmente Reality ist das Ergänzen der realen Welt mit eingeblendeten virtuellen Inhalten.

Echtzeit-Infos

Hat ein mobiles Endgerät Zugang zum Internet, können Inhalte laufend aktualisiert werden. Dies kann nicht nur  für zeitkritische Ereignisse und schnelle News-Meldungen genutzt werden, sondern erlaubt weitaus breitere Einsatzgebiete.

GPS-Integration

In vielen mobilen Endgeräten sind eine Vielzahl von Sensoren und Kommunikations-Schnittstellen verbaut. Viele Geräte können über das GSM-Funknetz oder via GPS den ungefähren oder genauen Standpunkt des Geräts orten. Diese Möglichkeit sollte mit in die Entwicklung digitaler Inhalte einfließen. So ergibt sich hier die Möglichkeit Inhalte zu regionalisieren, dem Nutzer nahe gelegene Events zu empfehlen oder zum Beispiel bei der Suche nach Werkstätten oder ähnlichem, Orte aus der Umgebung vorzuschlagen.

Navigationsfunktion

Gerade im Bereich von Reiseführern kann die Möglichkeit der GPS-Ortung zur Navigation genutzt werden.

Ein Beispiel: Durch die Möglichkeit bei Fotos in den EXIF-Informationen geografische Koordinaten zu hinterlegen, ist es möglich, Aufnahmeorte von besonders spektakulären Plätzen für die Nutzer einfach zu beschreiben und so die Möglichkeit einzuräumen, ähnliche Bilder anzufertigen. Ein anderes, ganz klassisches Beispiel ist, dass Redakteure nicht mehr länger von schönen Reiserouten und Empfehlungen berichten, sondern dem Leser redaktionell geführte Routen anbieten. An verschiedenen POIs werden entsprechende Artikel und Zusatzinformationen geladen. Die Zeitschrift wird also zu einem interaktiven Reiseführer.

Schnittstellen-Kommunikation

Um komfortabel auf digitale Inhalte zugreifen zu können, sind verschiedene Kommunikation-Schnittstellen möglich. Viele dieser Schnittstellen sind in mobilen Endgeräten bereits vorhanden und können so von der Software genutzt werden. Die einfachsten Beispiele sind die Übertragung von Ton per Funk, meist Bluetooth, an Kopfhörer oder ein Headset. Andere Einsatzgebiete sind die Steuerung und der Zugriff auf Inhalte via Multifunktionsbedienung in Fahrzeugen. Auch können sich verschiedene Geräte, auf denen der Inhalt abgelegt, ist über entsprechende Schnittstellen austauschen und ihre Inhalte synchronisieren. So kann beispielsweise ein nicht internetfähiger Tablet-PC regelmäßig Updates über das Mobiltelefon beziehen. Eine weitere wichtige Möglichkeit ist, auf andere Software zugreifen zu können. Dies gestattet beispielsweise Termineinträge im Kalender des Nutzers anzulegen oder Telefonnummern und Adressen in die Kontakt-Datenbank einzutragen. Ein Anwendungsbeispiel wäre, auf Knopfdruck Hotel-Kontaktdaten zu laden oder Reiseziele und damit einhergehende Hoteladressen und Telefonnummern für Reservierungen abzuspeichern.

Personalisierung und Zusatzservice

So, wie gedruckte Magazine per Post an eine bestimmte Person versendet werden, müssen, schon allein wegen der Bezahlung, digitale Inhalte ebenfalls einer Person zugeordnet werden.
Ist der Nutzer bereit, weitere Daten über sich dem Verlag und der App bereit zu stellen, kann ein umfangreiches Nutzerprofil erstellt werden. Mit diesem Nutzerprofil entstehen nun weitere Möglichkeiten Mehrwerte anzubieten.

Anpassung des Aussehens

Der Nutzer hat die Möglichkeit seine digitale Zeitschrift auf seinen persönlichen Geschmack anzupassen. Insbesondere was Schrift, Schriftgröße, Tonausgabe, aber auch Layout, Artikelanordnung, Farbgebung und Navigation angeht. Möchte ein Nutzer lieber eine große Schrift als Darstellung und Gestenbewegungen zur Navigation nutzen, möchte ein anderer Nutzer lieber eine sehr kleine Schrift und die Navigation klassisch über Touch oder Stifteingabe.

 Anpassung des Inhalts

Inhalte können über zwei verschiedene Wege personalisiert werden. Entweder durch kontinuierliches Auswerten des Lese- und Nutzerverhaltens, beispielsweise die Verweildauer auf bestimmten Artikeln oder die Abgabe von Bewertungen. Oder durch eine kurze, einmalige oder in größeren Abständen durchgeführte Befragung des Nutzers in welcher er gebeten wird, Interessengebiete anzugeben. Eine Kombination von beiden Möglichkeiten ist natürlich ebenfalls denkbar.

Wurde ein Nutzerprofil erstellt kann dies genutzt werden, Inhalte, welche basierend auf dem Profil, den Nutzer besonders interessieren, hervorzuheben oder dem Leser gezielt zu empfehlen. Auch hinsichtlich der Werbung kann so Streuverlust der Werbenden minimiert werden und es können speziell diese Angebote und Produkte dem Nutzer angeboten werden, welche beispielsweise seiner Sportart oder Reisevorlieben geeignet sind.

Service

Unter dem Punkt Service können Erinnerungs- und Assistensfunktionen verstanden werden, die den Nutzer bei bestimmten Aufgaben unterstützen. Auch können für den Nutzer passende Produkt- oder Hoteltest inkl Verfügbarkeiten und Bewertungen angezeigt werden.
Wie muss ein Verlag arbeiten um solch eine digitale Zeitschrift erstellen zu können? HIER ist die Antwort!
Außerdem hier noch ein spannender Beitrag zum „aktiven Publikum“ welcher erklärt, warum die oben genannten Mehrwerte überhaupt gefordert werden.



Daniel Schneider



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