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Braucht die Welt wirklich ein antisoziales Netzwerk?

  • 19. März 2014

Bis der Dienst „Google Latitude“ letztes Jahr eingestellt wurde, nutzten wir ihn hier im Team sehr gerne. Uns ging es nicht um das Ausspionieren unserer Kollegen, nein wir hatten noch kein festes Büro und nutzten ihn um uns auch mal spontan in der Stadt zu treffen. Heute machen wirs halt via Whatsapp und geben unseren Standort nicht mehr Google sondern dem „best friend“ Mark weiter.

Über Facebook, Twitter, WordPress und einigen anderen Diensten kommunizieren wir mit der Welt. Ich frage mich ehrlich gesagt, wann die Telefonfunktion im Smartphone überflüssig wird? Nun gibt es aber schon seit längeren Wiederstand gegen die Datenkraken  aber auch gegen das Vernetzen selbst. Und wen wundert es, der Wiederstand nutzt ganz im Sinne der Tradition von Widerstandskämpfern die Ressourcen des Gegners für seine eigenen Ziele.

Momentan macht die APP „Cloak“ von sich reden diese Nutzt die Daten aus Foursquare und Instagram, um „unliebsame Begegnungen“ zu vermeiden.  Hier bei warnt die App wenn man den Standorten von ausgewählten Personen zu nahe kommt oder wenn man sich in einem Bereich aufhält der ein hohes Risiko birgt, da er oft von einer der ausgewählten Personen besucht wird.

Ich muss sagen, mir gefällt die Idee schon aber ich denke, nur mit den Daten von diesen zwei SocialMedia wird man dieses Ziel nicht erreichen. Hierzu müsste man wohl alle Daten auswerten die man bekommen kann, sprich Facebook, Google, evtl. Whatsapp und die verknüpften Profile im Netz. Doch das ausgerechnet die Datenkraken bei einen so massiven Fall von Datensammelwut mitmachen ist zu bezweifeln. Denn was ist es den anderes als eine Personenortung?

Dennoch hat die Idee ihren Reiz, nur würden alle Datenschützer dieses Landes dagegen Sturm laufen und wahrscheinlich den Scheiterhaufen für die Verantwortlichen selber aufschichten. Ich persönlich hätte zwar für eine solche App sicherlich Verwendung, doch würde ich mich auch dagegen wehren so geortet zu werden und das dann auch noch an die Öffentlichkeit zugeben, ohne dass ich darüber auch nur etwas Kontrolle hätte (im Gegensatz zu G. Latitude).

Aber brauchen wir jetzt einen Gegenentwurf für die Social Media?

Meiner Meinung nach Ja!!!

Seine Daten heute noch im Netz unter Kontrolle zuhaben, ist beinahe schon ein Fulltimejob, wenn man sich wie ich z.B. privat und geschäftlich viel im Netz bewegt. Ein Tool, das es schaffen würde sämtliche Daten wieder unter persönlicher Kontrolle zustellen, wäre wahrscheinlich genau so viel wert wie Facebook.

Ich denke z.B. an alte Profile, die man längst vergessen hat, die aber noch existent sind oder Forenbeiträge, die man gerne Jahre später löschen würde bzw. gerne wüsste was man irgendwann irgendwo gepostet hat. Wer z.B. meinen Avatar(Nickname) kennt findet im Netzt sehr vieles über mich heraus (nein ihr werdet ihn nicht erfahren ;-)) aber keine Sorge wer ihn kennt, darfs auch wissen. Zu vielen dieser Profile und Communities habe ich inzwischen aber gar keinen Zugang mehr, weil schlicht weg die passenden Mailadressen zum Profil nicht mehr existieren. Es gibt zwar Dienste, die sich hierauf spezialisiert haben diese verlangen aber pro Profil oder Beitrag um die 29 Euro Bearbeitungsgebühr. Also wenn sich unter euch ein Softwareexperte verbirgt der dieses Problem mit einer App zu lösen vermag, so möge sich dieser doch mal bei uns melden.

Ach ja, wer selber etwas unternehmen will, für den kann ich euch den §42 UrhG ans Herz legen, den müssen die Betreiber auf jeden Fall beachten, sonst wird´s teuer. Der Haken dabei ist nur, das ihr eure Urheberschaft beweisen müsst und im Zweifel begründen warum ihr nicht mehr hinter dem Geschriebenen steht.

Und weil wir schon bei antisoziales Netzwerk sind noch ein antiterror Anschlag  auf euch:



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